Ein Unternehmer könnte sich nicht halten!

15.07.2013 09:18

Minigolf-Verein legt Erweiterungspläne auf Eis / Mitgliederzahl in fünf Jahren halbiert.

NDZ-Springe/mari. Die Betreiber des Minigolf-Landes am Hallenbad wollten der mittlerweile geschlossenen Anlage im Volkspark zu neuem Leben verhelfen. Die 21 Jahre alten Bahnen sollten eingelagert und später in einer Halle wieder ausgelegt werden. Doch nach dem Abbau kommt für Vereinschef Klaus-Dieter Henkel die Ernüchterung: Die Platten sind in einem so schlechten Zustand, dass sie nur noch den Schrotthändler glücklich machen.

„Eine der schönsten Anlagen Niedersachsens": Der Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Henkel ist auf sein von Ehrenamtlichen errichtetes Minigolf-Land am Hallenbad stolz. Vor allem das vergangene Jahr war für den Club allerdings wetterbedingt schlecht, viele Besucher blieben fern. mari

Wiedergeburt der Anlage im Volkspark misslingt.
Henkel und seine Mitstreiter hatten sich im Frühjahr mit dem Betreiber der Volkspark-Anlage auf einen Kompromiss geeinigt: Sie dürften alles Verwertbare mitnehmen, wenn sie den Platz zurückbauen. „Für beide Seiten ein gutes Geschäft", hatte Henkel damals gejubelt und von einer Minigolf-Halle geträumt. Sportkollegen in Celle und Göttingen hatten im Keller einer öffentlichen Turnhalle beziehungsweise Schule eine Wintersportanlage eröffnet. „Vielleicht klappt das auch hier", hoffte Henkel.

Alternativ konnte er sich eine Erweiterung des bestehenden Minigolf-Landes vorstellen. Mittlerweile ist Henkel schlauer. Die Erweiterungspläne liegen damit vorerst auf Eis. Bis 2018 läuft aber ohnehin der Kredit, den sein Verein „MSV 05 Bad Münder/Springe" vor fünf Jahren für den Bau der 70000 Euro teuren Anlage am Springer Hallenbad aufnehmen musste. Bis dahin sei der finanzielle Spielraum sehr begrenzt. Dazu kommt: Derzeit laufe es für die Ehrenamtlichen nicht gerade rund: Die Besucherzahlen liegen Linier den Erwartungen.

„Ein Unternehmer könnte sich hier nicht halten", sagt Henkel. „Wir machen trotzdem weiter. Aus Idealismus. Und aus Freude daran, anderen beim Spielen zuzusehen." Für Henkel steht denn in Springe auch eine der schönsten Anlagen Niedersachsens: „Wir hören das von unseren Gästen immer wieder." Den Besuchern würden die zahlreichen Blumenrabatten ins Auge fallen. Henkel weiß: „Viele andere Vereine begnügen sich mit einer Anlage auf der grünen Wiese, um den Platz einfacher pflegen zu können."

Bei seiner Gründung vor fünf Jahren hatte der Minigolfverein 45 Mitglieder. Mittlerweile seien es nur noch 27, bedauert der Vorsitzende. Wie es zu der Halbierung kommt, ist dem 67-jährigen, gelernten Einzelhandelskaufmann schleierhaft: „Wir rätseln." mari

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