Senioren Rangliste in Springe.

09.09.2010 12:19

Nun haben wir sie also überstanden, die erste Senioren-Rangliste der Saison 2010/2011 auf der fast allen Spielern unbekannten Anlage in Springe.

Von Birgit Stiebeling, MVBN-Pressereferentin. Ein Ruf wie Donnerhall eilte ihr voraus! Extrem schwierig! Keine Rückläufe! Viele Temposchläge! Dies war wohl auch der Grund dafür, dass - so wie erzählt wurde – viele Aktive aus dem Großraum Hannover sich schon Tage zuvor zum Training auf dem Platz einstellten. Wer es einrichten konnte, machte sich bereits am Freitag auf den Weg nach Springe. Vollzählig versammelten sich die Aktiven dann am Sonnabendvormittag auf der Anlage.

Sie wurden empfangen von einem ausgesprochen hübsch angelegten Minigolfplatz mit Bahnen ohne jede Macke. Dies soll allerdings noch nichts über den Schwierigkeitsgrad aussagen. Verbesserungsfähig - dies sei gleich vorweg erwähnt – ist der Übergang von der geraden Bahn auf die Schiene beim Hochteller und beim Labyrinth würde eine Rücklaufsperre hilfreich sein.

Ansonsten beginnen wir doch einmal unseren Rundgang bei Bahn 1 – den Pyramiden. Ein ganz normaler Schlag ist hier gefragt, bei richtigem Tempo auch ein Rücklauf von links.

Lange Schlangen bildeten sich während des Trainings an Bahn 2 – der Mausefalle. Viele, viele Abschlagpunkte und auch Bälle wurden hier getestet. Das Gleiche gilt für die Passagen. Lackball, Rohling – von oben, Mitte oder unten. Eine reine Glaubensfrage, Glaube an sich und sein Material. Der Salto zählt bestimmt auch zu den schwierigen im MVBN-Bereich. Ohne Verschnaufpause  geht es weiter zum Rohr. Plastik – wie heute immer auf neuen oder nachgebesserten Anlagen. Ein sehr, sehr kleines Rohr lässt den Puls bei so manchem schon beim Hinschauen höher schlagen. Ein wenig ausruhen kann man sich am V.

Weiter geht es mit einem Gradschlag mit Hindernissen, gut zu spielen auf direkt, der Rücklauf ist sehr vom Tempo und der Ballwahl abhängig. Keine Zeit zum Ausruhen! Es folgt das Pitauge. Von vorne schon nicht ganz einfach zu spielen, macht der so gut wie nicht vorhandene Rücklauf die Sache nicht einfacher. Mit dem richtigen Tempo gut durch das Fenster und man darf sich ein Ass im Vorlauf notieren. Etwas zu langsam bricht der Ball nach links weg und das Ass ist futsch. Mutige spielen einen schnellen Ball schnurgerade über Loch und hoffen dann auf den Rücklauf. Das Netz ist zum Durchschnaufen. Kräfte können auch am Mittelhügel gespart werden. Plastik und extrem flach.

Die Niere bietet drei Varianten an. Mitte, Außenbande und Innenbande. Das Spiel durch die Mitte wird wohl kaum angenommen, während der Innenbandenschlag gut zu bewältigen ist. Auf absolute Tempogenauigkeit kommt es bei der Brücke an, hier wird ein guter Schlag häufig nicht belohnt. Am Labyrinth sind viele Bandenspieler auf einen geraden Schlag umgestiegen.

Die Bodenwelle zeigt sich in Normalität, während der Hochteller ein „Hoch“teller ist. Ich habe schon viele Hindernisse dieser Art in ganz Deutschland gespielt, aber dies scheint mir mit der steilste und vor allen Dingen auch schmalste seiner Spezies zu sein. Doch auch hier gilt – er lässt sich ohne weiteres mit einem Ass spielen.

Schwierig, schon in der Ballwahl, dann wieder die Schleife. Die Raulackbälle mit „Schmackes“ gespielt, sahen hier noch am besten aus. Zum Schluss dann ein Blitz, zu spielen ähnlich wie beim Nachbarn in Bad Münder und ein nervenberuhigender Winkel zum Abschluß.

Dies war nun ein Schnelldurchgang über diese hübsche aber auch alles Können abfordernde Anlage. Die 50 Senioren und Seniorinnen machten sich bei strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen ans Trainieren. Schnell bildeten sich Schlangen an den besonders schwierigen Bahnen. Natürlich wurde auch geschimpft, natürlich ist die Anlage besonders trainingsintensiv. Aber wo steht geschrieben, dass Ranglisten nur auf bekannten Plätzen stattfinden dürfen und dass die Bahnen Rückläufe haben müssen?

Manche Aktive verließen - schon verwunderlich - früh am Nachmittag die Anlage, ein paar wenige waren auch gegen 19.00 Uhr noch nicht zum Aufbruch bereit.

Am Sonntagmorgen begrüßte Sportwart Dietmar Hesse und der 1. Vorsitzende des ausrichtenden Vereins MSV Bad Münder/Springe, Klaus-Dieter Henkel, die bibbernden Spieler. Nebel lag auf den Wiesen und das Thermometer zeigte knappe 10 Grad. Das durfte ja herrlich werden: diese schwierige Anlage und dann absolut andere Bedingungen als am Vortag. Die jungen Seniorinnen durften an diesem Spieltag vorlegen. Gefolgt von den Senioren auf die dann wiederum die etwas älteren Herren folgten. Den Abschluss bildeten die sieben Spielerinnen der Kategorie zwei.

Die Ergebnisse, die langsam eintrudelten, machten zumindest im weiblichen Bereich nicht viel Hoffnung. Alle Acht hatten schwarz gespielt! Bei den Senioren kamen sieben rote und sechs schwarze Runden ins Ziel. Eine grüne 24 von Werner Heinisch hatte sich auch darin verirrt! Ein ähnliches Bild bei den Senioren 2. Nur 5mal rot aber 11 schwarze Ergebnisse und 3 grüne Durchgänge. Etwas trostlos dann wieder die Seniorinnen 2. Alle waren sich einig: wir spielen schwarz! Auch in der zweiten Runde herrschte bei der Weiblichkeit wohl noch nicht die richtige Betriebstemperatur (Welch Wunder, bei dem Wetter!). Jeweils ein rotes Ergebnis je Kategorie. Da sah es bei den Senioren schon gemischter aus. Ralf Steinhausen gelang eine super 21, es wird diejenigen, die mit 39 Schlägen ins Ziel kamen, nicht wirklich getröstet haben. Ähnliches Bild bei den jungen Senioren. Philip Busche spielte mit einer 20 Tagesbestergebnis, aber es sind halt auch die extrem hohen 30er Runden dabei.

Doch wollen wir hier nicht nur in Tristesse machen. Als gegen Mittag die Temperaturen ein wenig stiegen, wurde die Vereinsjacke nicht nur wegen immer wiederkehrender Adrenalinstösse abgelegt. Auch bei den Seniorinnen wurden mit zunehmenden Wärmegraden abnehmende Ergebnisse gespielt. So konnte dann im Verlauf der sechs Runden das ein oder andere rote Ergebnis notiert werden. Den Vogel schoss Eveline Grüning in ihrer Abschlussrunde mit einer tollen 21 ab.

Obwohl neben dem einen oder anderen Freudenschrei auch mal ein Fluch zu hören war, so ist jedoch nichts an dem Gerücht, dass auch aus Frust ein Schläger zerschlagen wurde. Dies war mehr das Resultat eines „Banksturzes“ mit Gott sei Dank gutem Ausgang.

Bei den Senioren spielte Philip Busche das beste Ergebnis mit 148 Schlägen. Philip, Nico Vellone und Arno Schatke sowie Ralf Steinhausen (Kat. 2) waren die einzigen Spieler, die keine schwarze Runde spielten. Insgesamt fielen bei sechs Durchgängen gespielt von 49 Aktiven nur 21 grüne Runden.

Es war ein langer Tag in Springe. Da die Bahnen sehr dicht beieinander liegen, war Rücksichtnahme angesagt. Doch das klappte recht gut. Selten waren eine oder mehrere Bahnen zwischen den einzelnen Spielgruppen frei und wenn, ergab es sich aus dem Spielablauf. Trotzdem war es, meine ich, zwischen 18.00 Uhr und 18.30 Uhr als die letzte Paarung ihre Runden vollendet hatte.

Nun hatten auch die Senioren ihr „Springe-Erlebnis“. Meine Erkenntnis daraus: Es ist eine sehr schwierige Anlage, die jedem Spieler alles an Können und Konzentration abverlangt – sie hat wenige Rückläufe. Aber ist sie deswegen unfair? Es liegt an uns, das Beste aus den Vorgaben zu machen.

Die Verantwortlichen des MSV Bad Münder/Springe haben eine gutes Turnier ausgerichtet. Es gab ein reichliches und gutes Angebot an Speisen zu akzeptablen Preisen. Wir danken allen, die an diesem Tag zum Gelingen beigetragen haben.  Alle Ergebnisse HIER!

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