Blick zurück im Zorn: "Nie wieder nach Bad Münder"

18.02.2008 12:45

NDZ/Bad Münder/Springe (hzs). Noch immer stinksauer auf die Stadt Bad Münder ist der Mini-Golf-Club MSV 05 Bad Münder. Die Mitglieder, die im "Trockendock" im Springer Hallenbad zur Jahresversammlung zusammenkamen, bestätigten einstimmig ihre Vorstandsmannschaft und damit den Entschluss, nach Springe zu übersiedeln.

Der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Klaus-Dieter Henkel war gekennzeichnet durch eine spürbare Verärgerung über die dem Verein in Bad Münder zuteil gewordene Behandlung. "Wir sind enttäuscht vom Verhalten von Ortsrat und Stadt. Da hat man uns hingehalten und hatte sich doch hinter den Kulissen längst gegen uns ausgesprochen", so Henkel bitter. Allein 13 Monate habe es gedauert bis über einen Kaufantrag für die Mini-Golf-Anlage entschieden worden sei. Besonders betroffen zeigte sich Henkel von diversen "persönlichen Angriffen" sowie vom Verhalten verschiedener Verbandsebenen des Deutschen Mini-Golf-Verbandes. "Die haben daraus einen persönlichen Krieg gemacht." Als Konsequenz haben die rund 40 Mini-Golfer der Stadt Bad Münder nun den Rücken gekehrt. "In Springe sind Sie sehr willkommen", so Ortsbürgermeister Jürgen Trotte. "Für uns sind Ihre Pläne, neben dem Hallenbad eine wettkampftaugliche Mini-Golf-Anlage einzurichten, ein wahrer Glücksfall", freute sich der Politiker.

Innerhalb kürzester Zeit sei es gelungen, so berichtete Henkel, die Sache vertraglich unter Dach und Fach zu bringen. Auch Gelder vom Landessportbund gebe es, kündigte er an: Die benötigten rund 80000 Euro würden zu 20 Prozent bezuschusst. In der Mitgliederentwicklung habe es zwar Einbrüche gegeben - die Mitgliederzahl sank von 60 auf 36 -, doch würden die Austritte derzeit durch Neuaufnahmen wieder wettgemacht. Auch in Springe werde man das Veranstaltungsangebot weiterführen. Neben "Mondscheingolfen" im Herbst sollen eine "Lightshow", ein Sommergrillen und andere Aktivitäten die Attraktivität der neuen Anlage sicherstellen.

Ein eindeutiges und unüberhörbares "Nein" der Mitglieder aber erntete Henkels Vorschlag neben dem Schützenumzug in Springe auch am Umzug in Bad Münder teilzunehmen. "Da nicht mehr!", so die empörten Mini-Golfer. Auch das vom derzeitigen Betreiber der Anlage in Bad Münder ausgesprochene Hausverbot stieß auf Empörung. "Allerdings sind", so ein rechtskundiges Mitglied, "Spiel- und Wettkampfberechtigte sieben Tage vor Wettkämpfen auf die Anlage zu lassen." Man werde trotzdem um Bad Münder einen weiten Bogen machen, stellte Henkel abschließend fest, was auf nachhaltige Zustimmung aller Anwesenden stieß. Die Arbeit an der neuen Anlage geht zügig voran. Mit drei Ein-Euro-Kräften und viel Eigenleistung sind sich die Mitglieder sicher, dass bis zum 30. März der Spielbetrieb aufgenommen werden kann.
 

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